Esst mehr Gemüse!

Mit der zeitgemäßen Ernährung ist es ja so eine Sache.

Lange Zeit war Fett verteufelt. Wir kauften Light-Produkte in der Annahme, sie seien gesünder als ihre Vollfett-Verwandten. Dass diese nur einigermaßen gut schmecken, weil dafür mehr Zucker enthalten ist, war vielen nicht bewusst. Zucker war ja aber eigentlich auch schon immer doof, macht Karies und stellt ganz merkwürdige Dinge mit unserem Körper an, die erst in den vergangenen Jahren wirklich erkannt wurden.

Seit ein paar Jahren geistern nun Paleo/Primal. Clean Eating und Whole30 durch die Medien und predigen Natürlichkeit und eine Ernährung, an die unser Körper evolutionstechnisch angepasst ist. Ursprünglichkeit und Nachhaltigkeit sind im Prinzip toll. Diesmal ist vor allem Getreide der böse Übeltäter – Brot, Nudeln, Gebäck und Panaden sind bei diesen Ernährungsformen tabu. Dafür ist Fett toll und gesund. Kohlenhydrate nicht so. Ich habe eine zeitlang Paleo probiert und habe einige Aspekte in meine Ernährungsweise übernommen, aber eben nicht alles. Das betrifft vor allem Gerichte mit Zutaten, die nicht mal eben schnell zu bekommen sind, nichtmal im Bioregal des größten Supermarkts in der Gegend. Dauerhaft Tapiokamehl oder Coconut-Aminos beim Online-Händler zu bestellen ist jetzt auch nicht wirklich nachhaltig, und vom CO2-Footprint reden wir da erstmal gar nicht. Aber ich will jetzt gar nicht Paleo bashen (das mache mal ich in einem eigenen Artikel ;)), ich will nur sagen, ich kann nicht alle Aspekte dauerhauft in meinen Lebensstil integrieren und somit sind sie rausgeflogen.

Ich finde es unheimlich spannend, über Ernährung zu lesen, vor allem darüber, was Nahrung mit unserem Körper macht außer ihm Nahrung zuzuführen. Dennoch fragt man sich ab und zu „Ja, was denn nun eigentlich?“ Alles scheint so furchtbar kompliziert, alles scheint ein Riskiofaktor für eine Myriade von Krankheiten zu sein und wer hat schon Geld für alle tollen Diät-Produkte und Fitness-Programme da draußen ? (Pro-Tip: spart Euch das Geld, damit nimmt nur einer ab: euer Geldbeutel.)

Felix von Urgeschmack hat es wunderbar einfach auf den Punkt gebracht: Esst mehr Gemüse und bewegt euch mehr! Full Ack. Ja, so einfach ist es wirklich. Gemüse ist nicht teuer und ein Spaziergang oder Lauf im Wald kostet nix.

Ja, es ist jetzt nicht gerade Salatwetter – man sehnt sich eher nach etwas warmen. Kein Problem, es muss kein rohes Gemüse sein (obwohl das natürlich seine Vorteile hat). Auf einige Gemüsesorten hat das Dünsten oder Braten sogar eine positive Wirkung [1]. Eine schöne Möhrencremesuppe oder eine Gemüsepfanne macht auch satt und ist gesünder als ein Brötchen. Wer viel Gemüse  isst, hat weniger Heißhunger auf Süßkram.

Esst mehr Gemüse und bewegt Euch mehr!

 

[1] Ferracane, R., Pellegrini, N., Visconti, A., Graziani, G., Chiavaro, E., Miglio, C., & Fogliano, V. (2008). Effects of different cooking methods on antioxidant profile, antioxidant capacity, and physical characteristics of artichoke. Journal of agricultural and food chemistry, 56(18), 8601-8608.

[Foto: Masahiro Ihara]

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